Interview mit Patrick Gerber, Project Manager bei GARAIO

«Wer jetzt nicht in die Digitalisierung investiert, wird in 3-4 Jahren weg vom Fenster sein.»

Patrick Gerber war vom 26. Februar bis am 1. März 2018 in Barcelona am Mobile World Congress 2018. Er und sein Team waren für ihr innovatives IoT Consumer Produkt für den begehrten Innovationpreis nominiert. Wie Patrick diese Tage an einer der grössten und wichtigsten Technologie-Messen der Welt erlebte, welche Themen und Trends in Barcelona im Vordergrund standen und wie er und sein Team zum grandiosen Silber-Pokal kamen, das und mehr erfahren Sie im exklusiven GARAIO-Interview.

GARAIO: Patrick, du bist gemeinsam mit Projektvertretern von Kundenseite nach Barcelona an den Mobile Wold Congres gereist. Wie hast du diese drei Tage erlebt?

Patrick Gerber: Es waren drei spannende und intensive Tag, welche mir einen Einblick in neue Technologien gezeigt haben, welche in greifbarer Nähe sind. Künstliche Intelligenz, 5G, Internet of Things, all diese Techologien werden sich in den nächsten 3-4 Jahren etablieren und unsere Art zu leben radikal verändern. Zudem durften wir für unser IoT Consumer Produkt den zweiten Platz am Innovation World Cup abräumen, was mich sehr stolz macht. Schliesslich haben wir in den letzten 12 Monaten viel Herzblut in die Entwicklung dieses Gerätes gesteckt. Silber am Innovation World Cup in Barcelona zu gewinnen ist natürlich das Grösste nach einem solch intensiven Jahr. 

Am MWC werden die wichtigsten Trends der Branche präsentiert und diskutiert. Was waren die spannendsten Insights, die du mitgenommen hast?

Die digitale Transformation ist in aller Munde, aber oft stelle ich mir die Frage, ob sich die Unternehmen wirklich bewusst sind, was da auf sie zukommt! Dynamische Mobile Apps, Künstliche Intelligenz und das Internet of Things werden unseren Alltag radikal verändern. Wer jetzt nicht in die Digitalisierung investiert, wird in 3-4 Jahren weg vom Fenster sein.

Das Motto des diesjährigen Events war "Creating a better Future". Das ist ein grosses Ziel. In wie fern trägt der MWC zu einer besseren Zukunft bei?

Die MWC ist zum grössten Teil immer noch eine reine Telekommunikationsmesse. Von den neun Messehallen bestand gerade mal eine – und das war die kleinste – aus neuen Technologien wie IoT, AI und dergleichen. Daher sehe ich die MWC nach wie vor als Wegbereiter für das Netz der Zukunft, welches mit 5G in den nächsten Jahren Echtzeitkommunikation für autonomes Fahren oder Transferraten jenseits der 1Gbit/s ermöglichen wird. Aber es gab tatsächlich auch spannende Ideen von Start-ups, die dank dem Einsatz von neuster Technologie dazu beitragen, die Welt eine bessere zu machen. Für Mensch und Umwelt. Insofern ist da schon was dran am diesjährigen Motto des MWC.

Was war dein persönliches Highlight?

Es gab eigentlich zwei persönliche Highlights. Aus Sicht als Product Owner bei der GARAIO war natürlich die Plattform von ibmobile sehr eindrücklich, welche anhand von Praxisbeispielen sehr deutlich gezeigt hat, wohin Retail in Zukunft gehen wird. Mit Hilfe von dynamischen Mobile Apps und künstlicher Intelligenz kann eine vollständig personalisierte digitale Interaktion mit dem Kunden hergestellt werden. Und dies völlig automatisiert und ohne jegliche manuelle Interaktion durch beispielsweise einen Kundendienstmitarbeiter. Auf der anderen Seite war für mich als Technik-Geek der Flying Dino VR Flug von Samsung sehr beeindruckend. Virtual Reality ist heute definitiv reif für die Spielhallen - und natürlich auch für ganz viele ernstere Dinge. Wer weiss, vielleicht erleben wir ja ein Revival der Spielhallen in Form von VR (lacht)?

Am Dienstagabend hast du gemeinsam mit deinem Team euer Projekt vor der Jury gepitched. Wie lief das ab?

Gut, das ging so schnell, da kann man gar nicht allzu viel darüber erzählen. Für unseren Pitch hatten wir genau 1 Minute 30 Sekunden Zeit. Und dann war es schon vorbei. Aber vielleicht noch etwas zur Nomination: Aus insgesamt 680 eingereichten Projekten wurden 32 Projekte ausgewählt. Diese wurden in unterschiedliche Kategorien unterteilt. Unsere Lösung wurde mit 4 weiteren Projekten in der Kategorie „IoT Retail“ nominiert. Es fand also bereits eine Vorselektion statt. Am Ende aller Pitches wurde aus den nominierten Teilnehmer die Sieger ausgewählt und die Sponsoren und Partner überreichten die Trophäen.

Ihr habt den zweiten Platz gewonnen. Herzliche Gratulation. Was waren die Gründe dieses Erfolgs aus Sicht der Jury?

Die genauen Gründe, welche zu diesem Entscheid geführt haben, kennt natürlich nur die Jury selbst. Aber ich denke wir haben mit diesem IoT Consumer Gerät einen innovativen Ansatz gefunden, um die physische mit der digitalen Welt zu verbinden. So ist es zum Beispiel möglich, auch Kunden an digitale Vertriebskanäle anzubinden, welche bis anhin weniger versiert mit Smartphones oder Online Applikationen waren. Zudem verfügt das Gerät mit LoRaWan über ein autonomes System, welches keine bestehende Infrastruktur zu Hause benötigt, wie dies z.B. Bei Wi-Fi Geräten der Fall ist. Das Gerät kann über mehrere Kilometer Distanz zum nächsten LoRaWAN Gateway kommunizieren und ist so auch in den entlegensten Tälern in der Schweiz mit dem Internet of Things verbunden. Und genau diese Technologie eröffnet natürlich ungeahnte Möglichkeiten für Unternehmen und Konsumenten. Ich denke all das hat die Jury in seiner Überlegung miteinbezogen und sah das enorme Potenzial, welches unser IoT Consumer Gerät bietet.

Gab es von der Community Reaktionen auf euren Pitch?

Von der Community direkt haben wir diverse likes und Retweets/Reposts erhalten, was uns natürlich sehr freut. Zudem konnten wir durch die Nominierung mit namhaften Herstellern für IoT Geräte in Kontakt treten, welche konkretes Interesse an einer Lizenzierung zeigen.

Wie geht es weiter mit eurem Projekt?

Wir sind aktuell daran, weitere Retail-Partner in der Region Bern und Zürich zu akquirieren. Zudem klären wir ab, inwiefern wir weitere Dienstleistungen unseres Mandanten in die bestehende Lösung rasch integrieren können. Im Mai 2018 wird der Pilot auf über 1‘000 Testkunden ausgedehnt. Der finale Pilot wird bis ca. August 2018 dauern und anschliessend wird das Projekt eine Empfehlung zur Weiterführung des Produkts aussprechen. Danach wird es der Geschäftsleitung obliegen, das entsprechende Budget für einen schweizweiten Roll-Out bereitzustellen.

Vielen Dank Patrick für das Interview und für deinen Einblick in den World Mobile Congress 2018 in Barcelona. Gratulation für die grossartige Leistung dir und deinem Team und viel Erfolg bei der definitiven Markteinführung!